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Behandlungskonzept

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Das Behandlungskonzept der Klinik ist auf Frau Prof. h.c. Dr. Luise Reddemann zurückzuführen, die von 1984 bis 2003 die Klinik leitete. Sie entwickelte ein Konzept, das besonders für traumatisierte Menschen hilfreich ist.

Die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT)

Traumatisierte Menschen leiden oft ihr Leben lang unter der Last der Erinnerungen, von denen sie immer wieder überschwemmt werden und die sie wie im Hier und Jetzt erleben. Die Folgen sind u.a.Schlafstörungen, Ängste, Panikattacken und erhebliche Einschränkungen im Alltag.

Die herkömmlichen Therapiemethoden haben häufig nur begrenzt Linderung geschaffen, zum Teil sogar das Leiden eher vergrößert als erleichtert, indem der Blick hauptsächlich auf das Schwere gerichtet wurde. Es ist aber ein Erfahrungsgesetz, dass das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, mehr Raum und Bedeutung gewinnt als der Rest. Und so gerieten die Ressourcen, die Fähigkeiten und Selbstheilungskräfte der Betroffenen nicht selten aus dem Blickfeld und verkümmerten, während das Leiden ein Gewicht bekam, das ihm nicht zusteht. Ein Mensch kann nur leben, wenn er zu einem hohen Prozentsatz gesund ist. Das wird leider oft zu wenig gewürdigt. Menschen, die sehr Schweres, Lebensbedrohliches erleben mussten und überlebt haben, haben immer Wege und Fähigkeiten entwickelt, wie sie mit dem Schweren umgehen können.

Einer der Grundsätze von Prof. Dr. Reddemann ist deshalb, dass sie von den Fähigkeiten und Ressourcen statt von den Defiziten der Betroffenen in ihrer Therapie ausgeht. Sie verbindet neueste schulmedizinische Erkenntnisse mit dem Erfahrungsschatz alternativer psychologisch wirksamer Heilmethoden und ihren eigenen Beobachtungen der Möglichkeiten, die ihre Patientinnen entwickelt haben, um mit und nach dem Trauma leben zu können. Dabei verfolgt sie konsequent einen würdigenden Umgang auf Augenhöhe mit ihrem Gegenüber. Durch kritische Einbeziehung des vorhandenen Wissens über psychische und körperliche Zusammenhänge fand sie immer mehr Möglichkeiten, wie das Schwere leichter gemacht werden kann, wobei sie insbesondere die Heilkraft von Imaginationen betont.

Grundsätzlich geht es in der Traumatherapie darum, drei Behandlungsphasen konsequent umzusetzen: Die wichtigste ist die Stabilisierungsphase, in der es um Sicherheit geht, sowohl äußerliche als auch innere Sicherheit und Sicherheit in der therapeutischen Beziehung. Stabilisierung ist auch in den beiden folgenden Phasen immer wieder notwendig, wenn es in der Therapie zur Begegnung mit dem Trauma kommt und anschließend das Trauma verarbeitet wird, so dass es als eine Erinnerung, als ein vergangenes Ereignis in den Lebenszusammenhang eingeordnet werden kann und das gegenwärtige Leben sich dann davon frei und ungehindert entfalten kann.

Weitere Infos über PITT finden Sie in den Vorträgen & Texten

Therapieangebote

Jeder Mensch ist einzigartig, mit eigenen Kraftquellen ausgestattet, hat eigene Probleme und eigene Lösungswege. Um möglichst vielen Menschen gerecht werden zu können, ist es darum wichtig, dass das Therapieangebot eine Vielfalt von Möglichkeiten umfasst, damit das für den jeweiligen Menschen hilfreiche Behandlungskonzept individuell für ihn ausgewählt werden kann.

Das Therapieangebot in der Klinik ist sehr vielfältig: Jede Patientin/ jeder Patient wird von einer Ärztin und einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten persönlich betreut und  ist in eine der Gesprächsgruppen eingebunden, die unterschiedlich strukturiert sind und unterschiedliche Ziele verfolgen. Dazu kommen Kreativtherapien wie Bewegungstherapie und Kunstpsychotherpie. Begleitend werden meditative Übungen zur Stressbewältigung, Qi Gong, Selbst-Breema (Übungen zur achtsamen Körperwahrnehmung) und Aromatherapie angeboten. Das Pflegepersonal bietet ein soziotherapeutisches Mileu, das die Therapieziele fördert.  Ergänzend kommen die durch das Traumhaus geförderten Angebote hinzu: Singen, Walken und “Offenes Atelier”.

Weitere Infos auf  Traumhaus Klinik Bielefeld oder der offiziellen Webseite der Klinik